Schönheitsrenovierung- der Mieter zieht aus und wer streicht jetzt die Wände weiß?

Der BGH dreht schon wieder an der Schraube, gibt es noch eine sichere Klausel im Mietvertrag für die Vermieter?

modernes paar zieht in eine neue wohnung
Der Vermieter sorgt sich um die hohen Kosten. Die Schönheitsrenovierungen verwohnter Wohnungen verschlingen regelmäßig sehr viel Geld. Bei häufigem Mieterwechsel sind Renovierungskosten ein echter Renditekiller. Der Mieter will sich aber absichern vor zu hohen Ausgaben, die beim Wohnungswechsel auf ihn zukommen, ebenfalls verständlich; dreimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt.

Der Gesetzgeber setzt voraus, dass mit Zahlung der Kaltmiete die Abnutzungskosten der Wohnung abgegolten werden. Die Rechnung geht aber selten auf, das liegt in der Natur der Sache und ist im gesellschaftlichen Wandel begründet.
Schließlich steht es dem Mieter frei, die gemieteten vier Wände nach eigenem Gusto zu gestalten und nach eigenen Gewohnheiten zu nutzen, der eigener Herd ist Gold wert.
So unterschiedlich die Geschmäcker auch sind, man sollte darüber nicht streiten.
Man sollte vorher die Sache klären, wie es unter Erwachsenen schon immer üblich war.
Dafür gibt es den schriftlichen Mietvertrag.

An sich bedarf ein Mietvertrag keiner Schriftform, ein Handschlag und die Zahlung der Miete reichen rein rechtlich gesehen aus, um ein Mietverhältnis zu begründen.
Was früher aber gang und gäbe war, wurde in der Praxis längst verworfen, warum?

Weil uns der schriftliche Mietvertrag grundsätzlich andere Möglichkeiten bietet, als der „Mietvertrag per Handschlag“
Wir müssen nur in der Lage sein, diese tatsächlich zu nutzen.

malerarbeiten in der wohnung
So zum Beispiel können Mieter und Vermieter unter anderem auch bei der Regelung der Schönheitsrenovierungen eigene Wege gehen und eine individuelle, von der gesetzlichen Regel abweichende Lösung aushandeln und vertraglich vereinbaren.
Das setzt aber voraus, dass Mieter und Vermieter tatsächlich ernsthaft diskutieren, verhandeln, sich einigen, das Ergebnis im Mietvertrag niederschreiben und eigenhändig unterzeichnen.

Hier wird einfach der Bedeutung der Verhandlung zwischen zwei Parteien Rechnung getragen, der Wille der Verhandelnden soll zum Ausdruck in der niedergeschriebenen Klausel im Mietvertrag kommen, die die Interessen beider Parteien widerspiegelt und keinen Verhandlungspartner unangemessen benachteiligt.
So will es das Gesetz, so wollte es schon immer.
Mit Standardformulierungen in Standardmietverträgen, wie sie sich in den meisten, im Handel angebotenen Formularen wiederfinden, gibt sich der Gesetzgeber nicht mehr zufrieden.
Wir sollen uns auf die ursprüngliche Bedeutung einer echten Verhandlung besinnen,
sie wieder entdecken und in die Praxis umsetzten.
Dann wird auch zukünftig ein guter Mietvertrag wieder seine Funktion erfüllen und garantiert wasserdicht sein, wenn es so zu sagen „maßgeschneidert“ angefertigt wird.
Das geht leider nicht mehr von der Stange, Verhandlungssicherheit und Fachwissen beim Abschluss von Mietverträgen werden immer wichtiger. Damit gewinnt das Thema „Fachkundennachweis für Makler und Hausverwalter“ weiter an Bedeutung.
Haben Sie noch Fragen zu diesem Thema?
Gern stehen wir Ihnen unter der Rufnummer 0421.22292083 zur Verfügung.